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Oberes Adlergebirge
Kronstadt im Adlergebirge

Geographie:
Das Obere Adlergebirge, als östliches Glied
der böhmischen Gebirgsumwallung, hat die gleiche Streichungsrichtung
wie sein nordwestlicher Nachbar, das
Riesengebirge.
Es zieht sich in südöstlicher Richtung ca.
70 Km vom Pass Nachod-Kudowa (362m) – Bad Reinerz bis zum Durchbruch
der Wilden Adler bei Tschihak (498m) hinaus.
Ein Höhenriegel, der von der Deschneier
Großkoppe (1114m) dem höchsten Berg des Oberen Adlergebirges nach
Nordosten abzweigt, verbindet den
Böhmischen Kamm mit dem Glatzer Kamm, wie das Habelschwerdter Gebirge
im geographischen Sinne zu bezeichnen ist.
Die Wilde Adler (auch Erlitz genannt) bildet
bis zum Adlerdurchbruch auf ca. 25 km die Staatsgrenze zu Schlesien.
Sie nimmt alle aus dem Oberen Adlergebirge
kommenden Gebirgsbäche, Rokitenka, Klause, Kneschna, Alba und
Sattler Goldbach auf und mündet, nachdem
sie sich bei Tinischt mit der Stillen Adler vereint, bei Königsgrätz in die
Elbe.
Den Gießhübler Goldbach = Alscherbach
nimmt die Mettau auf, die sich bei Josefstadt in die Elbe ergießt.
Mittlere Seehöhe: 580 m
Haushaltungen:
4961
Ausmaß: 28251 ha mit 37 Gemeinden
Einwohner: 1910=
20966 1930= 17258 1939= 16297
Wirtschaft/Industrie: Bäuerliche
Anwesen, Mechan. Webereien, Holzverarbeitung, Handweberei, Heimarbeit,
Fremdenverkehr, Sommerfrischen,
Wintersportplätze.
Schulisches: vor 1918= 76 Klassen
Volksschule, nach 1918= 57 Klassen Bürgerschulen in Rokitnitz und Gießhübel.
Landwirtschaftliche und gewerbl.
Fortbildungsschule in Rokitnitz.
Vereine: Bund der Deutschen in
Böhmen, Bund der deutschen in Ostböhmen, Deutscher Schulverein,
Deutscher Kulturverband,
Turnvereine, Jugendverbände,
Gesangs- und Theatervereine, Feuerwehr, Veteranen, Gebirgsverein u. v. a.
m.
Verkehr: Erlitztalstraße von
Batzdorf bis Friedrichswald, Vorbergestraße von Batzdorf über Rokitnitz,
Gr. Auerschim, Deschnei,
Gießhübel; begonnen 1870, beendet
1932, 75 Km.Weitere Bezirksstraßen zu diesen beiden als
Verbindungsstraßen.
Autobusverbindungen zu den Bezirksstädten,
Marktorten und Eisenbahnstationen.
Geschichte:
Im 13. Jahrhundert Anlegung der Orte
Gießhübel, Pollom und Sattel durch die Herrschaft Frimburg.
Ulrich von Dürenholtz gründete nach 1260
von Wildenschwerdt aus 40 Dörfer, darunter Rokitnitz, Gr und Kl.Auerschim.
Der Besitzer der Burg Richemberg errichtete
vor 1355 die Siedlungen: Prorub, Hlaska, Bielei, Rampusch,
Himmlisch Riebnei mit Popelow und Saufloß.
Von der Burg Opotschno aus erfolgte 1362 die
Anlage von Deschnei-Tannendorf.
Das älteste Dorf im Erlitztal ist Batzdorf
(mit Hohenerlitz) vor 1557 gegründet. Glashüttensiedlungen entstanden
in Deschnei, Tanndorf, Katscher, Kunzendorf,
Oberdorf, Herrnfeld, Schwarzwasser und Friedrichswald.
Im Reichenauer Holzgau entstanden die
Dörfer Gr. und Kl. Stiebnitz, Ritschka, Schwarzwasser und Neudorf durch
Holzknappe aus dem Riesengebirge.
Parteien: Bis 1938 Deutsche
Sozialdemokraten, Christlich Soziale, Bund der Landwirte, Deutsche
Gewerbepartei,
Deutschnationale, Sudetendeutsche
Partei, Kommunistische Partei
Ortschaften
Rokitnitz im Adlergebirge
(Rokytnic v
Orlickych horach) 
Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in Böhmen, ab
1938 Landkreis Grulich. m Tal der Rokitenka und der
auf dem Ernestinenberg vorgelagerten Hochfläche
angelegt. Ortschaft Julienthal am linken Steilhang
der Klause liegend, m. H. 580 m Städtchen mit
Marktberechtigung, Rundsiedlung, 650 ha.
Einwohner: 1939 = 1023 in 220 Häusern und 365 Haushaltungen.
1318 erstmals
urkundlich erwähnt. Sitz der Gutsherrenschaft,
Ringplatz von Laubenhäusern umsäumt.
Sprechendes Gemeindesiegel, Sommerfrische,
Wintersportgelände. 1354 erstes Kirchlein,
1567 eigene Pfarrei, 1684 Kirche in Stein
"Allerheiligen". Ab 1918 dreiklassige tsch. Volksschule und
dreiklassige Bürgerschule.
Bärnwald
(Neratov)

Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in Böhmen,
ab 1938 Landkreis Grulich. Am rechten Ufer der Erlitz,
im Tal des Dorfbaches und dem Osthang des
Ernestinenberges ( 994m) gelegen; m.H. 623 m, Staatsgrenze.
Dorf, Streusiedlung, 813 ha, 1939 = 353
Einwohner, 105 Häuser, 108 Haushalte.
Erste Ansiedlung = Waldvorwerk, Ort kurz vor
1570 angelegt durch Holzknappen und Flößer.
Erbschölzerei. Erste urkundliche Erwähnung
1576.
Im Jahr 1618 erste hölzerne Brücke
über die Erlitz, ab 1730 Brücke in Stein. Bärnwald liegt an der Erlitzstr.
Neuzeitliche
Flachsbrecherei, Imkerei, Postamt, Sparkasse
und Finanzwachabteilung. 1574 erstes Holzkirchlein mit Friedhof, 1668 Kirche
in Stein „Maria Heimsuchung“. 1735
Kirche im Rokokostil, 1945 zerstört. Vor und nach 1918 = 2 klassige
Volksschule.
Bärnwald liegt an der Erlitztalstraße.
Batzdorf
(Bartosovice)
Berzirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Am rechten Ufer der Erlitz und
am Dorfbach (Aubach) angelegt.Ortsteil
Nesselfleck, Staatsgrenze, m.H. 579 m,
Dorf, Reihensiedlung,1505 ha. 1939 =
845 Einwohner, 216 Häuser, 207 Haushalte.
Älteste Siedlung des Erlitztales, zwischen
1539 und 1557 gegründet, Freihof, Erb- und Freirichterei.1557 erstmals
urkundlich erwähnt, 1590 siedeln
Holzknappen und Flößer an. Erlitztalstraße, Straßenknotenpunkt mit
Abzweigungen
in 5 Richtungen. Sommerfrische,
Wintersportgelände. Flachsbrecherei, Leinölmühle, Molkerei, Imkerei, Zollamt,
Gendarmerieposten, Postamt,
Großböttcherei, Ski- und Rodelerzeugung. In Nesselfleck mächtige Steinbrücke
über die Erlitz.
1673 Kirchenbau in Stein „Maria
Magdalena“, 1746 Pfarrkirche. Vor 1918 = 3 klassige, ab 1919 = 2 klassige
Volksschule
und tschechische Minderheitenschule.
Bielei (Bela)
Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Auf sanft abfallender Lehne und am
Dorfbach gelegen, die Weiler Wochos,
Popelowgraben und Sobina außerhalb des Dorfkernes;
m. H. 536 m , Dorf, Reihensiedlung, 682 ha.
1939 = 458 Einwohner, 129 Häuser,132
Haushalte. Im 14 Jahrhundert von Burg Richemberg angelegt,
1406 erste urkundliche Erwähnung, 1575
Bergknappen und Flößer. Reste von Stollen und Schürfstellen blieben erhalten.
1691 Kapelle „ Johann v. Nepomuk“,
Friedhof, 1853 Pfarrkirche. Vor und nach 1918 = 2 klassige Volksschule,
Imkerei, Sparkasse.
Deschnei (Destne)

Bezirkshauptmannschaft Neustadt a.d. Mettau/
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Im weiten Talkessel und
dessen Hängen am Fuß der Deschneier
Großkoppe (1114m) von Alba und Dorfbach durchflossen,
angelegt; Ortschaften Brand,
Hinterwinkel.
Wiederdriß; Dörfel, Hüttenberg und
Stiefwinkel entstanden aus Waldsiedlungen. Gemeindeflur erstreckt sich bis
Staatsgrenze;
m. H. 649 m Markt, Streusiedlung, 1606 ha,
1939 = 799 Einwohner, 211 Häuser, 261 Haushalte. 1362 erstmals als Flurname
urkundlich genannt.
Zisterzienserkloster Heiligenfeld legte
Meierhof an; von 1495 – 1750 Glashüttenbetrieb der Gutsherrenschaft.
Bunkerbauten, Straßenknotenpunkt,
Abzweigung nach 5 Richtungen. Sommerfrische, Wintersportgebiet,
Elektrizitätswerk, Freibad, Lichtspiele,
Gendarmerieposten, Finanzwachabteilung, Steinbruch,
Weberei,
Likörerzeugung, Sparkasse.
1726 Pfarrkirche „Maria Magdalena“ in
Stein. Vor 1918 = 3 klassige, ab 1925 = 2 klassige Volksschule,
Minderheitenschule.
Friedrichswald (Bedrichovka)

Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen. Ab 1938 Landkreis Grulich.
An der Erlitz und am Dorfbach gelegen. Das
Dorf erstreckt sich bis zum Gebirgskamm, 1046 m. Staatsgrenze; m. H. 685 m,
Reihendorf, etwa 185 ha groß. Einwohner:
1939 = 293 Häuser: 66
Haushalte: 97
Von 1614 bis 1662 Glashüttenbetrieb, danach
nach Kaiserswalde verlegt.1750 selbstständige Gemeinde. Postamt, Sparkasse,
Finanzwachabteilung. Nach Kronstadt
eingepfarrt.
Kapelle „Christi Himmelfahrt im Ort. Vor
und nach 1918 = 3 klassige Volksschule, ab 1919 tsch. Minderheitenschule.
Der Ort lag an der Erlitztalstraße.
Gießhübel
(Olesnice)

Bezirkshauptmannschaft Neustadt a. d. Mettau
in Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Am Fuß der Hohen Mense (1084 m),
am Alscherbach (Goldbach) und Ortsbach
gelegen. M. H. 605 m. Marktort (Städtchen) etwa 6 Km lange,
geschlossene Reihensiedlung.
1939 = 1285 Einwohner, Häuser:
338 Haushalte: 433 Ursiedlung im
13.Jahrhundert von Burg Frimburg gegründet, 1354
erstmals urkundlich erwähnt. 1538 Bergbau
auf Eisenerz begonnen, ein Hochofen.
Im Jahre 1700 Erzförderung und Einschmelzen
eingestellt. 1499 Städtchen, 5.11.1706 = Marktflecken;
sprechendes Siegel. 5.9.1779 besucht Kaiser
Josef II mit Gefolge den Ort.
Drei Stadtbrände. Zuerst Leine-, später
Baumwollweberei. Kalksteinbruch, Schlachthaus, Brauhaus, Sparkasse,
Sommerfrische, Wintersportgelände, Freibad,
Turnhalle, Sportplatz, Distriktarzt.
Rathaus (Jagdschloss), Elektrizitätswerk,
Zollamt, Gendarmerieposten.
Straßenknotenpunkt nach 7 Richtungen. Im
13. Jahrhundert Kirchlein mit Friedhof; 1354 neuer Pfarrer; 1503 Kirche in Holz,
1703 Kirche in Stein „Maria Magdalena“,
1854 selbständige Pfarre.
Um 1700 erste Schule mit ständig steigender
Schülerzahl in wechselnden Lehrzimmern;
Vor 1918 = 5 klassige Volksschule
+ Expositur (Winterschule), 3 klassige Bürgerschule für Knaben.
1919 – 1938 tschech. Minderheitenschule,
ab 1921 =2 klassig + (nach Auflassung deutscher Volksschulklassen)
ab 1924 = 2 klassige deutsche
Volksschule + 3 klassige gemischte Bürgerschule (Knaben und Mädchen).
http://www.giesshuebel.de/256schulentwicklung.htm
Groß-Auerschim ( Velky Uhrinov)

Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Auf breitem Ausläufer des
Adlergebirges
zwischen Alba und Kneschna gelegen;
Gemeindeflur erstreckt sich über den Gebirgskamm(1094 m)
den Hang zum Erlitztal hinab; m. H. 615 m
mit den Ortschaften: Hüttendorf, Padol, Raßdorf. Einschichten Bielei
und Annahütte. Dorf, Streusiedlung, 2376
ha.
1939 = 734 Einwohner, Häuser: 208,
Haushalte: 223. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts Ursiedlung Meierhof mit
Schäferei.1354
erste urkundliche Erwähnung.
Glashüttensiedlung Hüttendorf ( 100 ha) 1821 von Tanndorf abgetrennt,
Groß Auerschim
zugeteilt.
Glashüttensiedlung Annahütte (350 ha)
wurde im Jahr 1895 von Tanndorf abgetrennt und Groß Auerschim angeschlossen.
Kalksteinbruch, Weberei, Imkerei,
Jagdschloss, Postamt, Gendarmeriestation, Sparkasse. Erst kleines Holzkirchlein,
ab 1752 Kirche in Stein „ St.
Laurentius“. Vor und nach 1918 eine 3 klassige Volksschule, 1 klassige
Volksschule in Raßdorf,
1936 Minderheitenschule.
Groß Stiebnitz ( Velka Zdobnice)

Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Am Westhang des Kronstädter
Berges ( 1031 m) und im Tal der Stiebnitz
gelegen. M. H. 659 m. Dorf, Streusiedlung.
1939 = 888 Einwohner, Häuser: 261
Haushalte: 273 .
1576 von Holzknappen und Flößern angelegt.
Wurde im 30 jähr. Krieg selbständige Gemeinde: Sommerfrische,
Freibad, Elektrizitätswerk, Postamt,
Sparkasse, Gendarmerieposten.
Sitz der „ Wechselseitigen
Brandschadenversicherung für das Adlergebirge“.
1787 Kirche „ Guter Hirt“ in Stein mit
Friedhof. Vor und nach 1918 --- 5 klassige Volksschule.
Halbseiten ( Mala Strana)

Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. An der Elitz und zwei Ausläufern des
Adlergebirges angelegt; Ortsteil Hohe
Wurzel; m. H. 600 m,
Staatsgrenze, Dorf. Reihendorf, 147 ha.
Hinsichtlich der Bevölkerung und Ausmaß kleinstes Dorf im Adlergebirge.
1939 = 53 Einwohner, Häuser:
18 Haushalte: 17 Erste Ansiedlung um 1557,
Waldvorwerk;
erste urkundliche Erwähnung um 1567 als
halbe Seite von Hohenerlitz. 1786 selbständige Gemeinde. Eingepfarrt nach
Bärnwald, eingeschult nach Hohenerlitz. Das
Dorf liegt an der Erlitztalstraße.
Herrnfeld
( Panske Pole)
Herrnfeld
Hannchen
Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Am südwestlichen Hang des Ernestinenberges
( 994 m) angelegt; Ortschaften Hannchen (
1790), Liebental (1708),Wenzelhau (1674) gegründet; m. H. 743 m. Dorf,
Reihensiedlung, 495 ha. 1939 = 303
Einwohner Häuser: 88 Haushalte:
91; Im Jahr 1663 auf dem kalten Vorwerk des
ehemaligen Glashüttengutes angelegt.
Ab 1935 gewaltige Bunkerbauten im Ort.
Leinölmühle, Wintersportgelände, Imkerei, Sparkasse.
Eingepfarrt nach Rokitnitz, Kapelle mit
Messlizenz im Ort. Bis 1929 = 2 klassige Volksschule dann 1 klassige
Volksschule.
Himmlisch- Riebnei (Nebeska Rybna)

Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Am südöstlichen Hang des Adlergebirges
(bis 794 m ansteigend) in der Zwiesel
zwischen Stiebnitz und Klause am schluchtartigen Aubach gelegen. Meereshöhe
etwa 570, mit den Ortschaften Hammerdorf und
Popelow. Dorf, Streusiedlung, etwa 1201 ha groß. Einwohner: 1939 = 781
Häuser: 203 Haushalte:
217 Im 14. Jahrhundert, zugleich mit Popelow von Burg
Richemberg gegründet, 1335 erstmals
urkundlich erwähnt, Hammerdorf 1790. 1576
siedeln Holzknappen aus dem Riesengebirge an. Leinölmühle, Postamt,
Sparkasse waren vorhanden. Pfarrkirche und
Friedhof aus dem 14. Jahrhundert. 1845 neue Pfarrkirche „ Phillip und
Jakob“.
Vor und nach 1918 dreiklassige Volksschule.
Vorbergstraße im Unterort, Bezirksstraße Oberdorf- Tanndorf im Oberort.
Hlaska (Hlasky)
Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Auf sanft abfallender Hochebene gelegen,
Meereshöhe: 520 m , Dorf, Streusiedlung,
Größe 255 ha. Einwohner: 1939 = 218 mit 61 Häusern und 67 Haushaltungen.
In der ersten hälfte des 14. Jahrhunderts
von der Burg Richemberg angelegt. Bewohner waren zum Wachdienst verpflichtet,
erste urkundliche Erwähnung 1495. Eine
Flachsbrecherei und ein Dampfsägewerk. Eingepfarrt nach Rehberg, ab 1938 nach
Bielei. Vor und nach 1918 einklassige
Volksschule, an der Bezirksstraße zur Vorbergstraße gelegen.
Mitteldorf (Prostredeni Rokytnice)

Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Im Tal der Rokitenka gelegen, die Ortschaft
Rieneck erwuchs 1791 auf den Gründen des
Gutshofes Nimmersatt. Meereshöhe etwa 648 m. Dorf, Reihensiedlung
mit einer Größe von 409 ha. Einwohner:
1939 = 381 in 103 Häusern und 118 Haushaltungen.
1545 erstmals urkundlich erwähnt als Dorf
des Gutes Rokitnitz, 1665 selbstständige Gemeinde. Wintersportgelände.
Eingepfarrt und eingeschult nach Rokitnitz.
Mitteldorf liegt an der Vorgebirgsstraße.
Niederdorf ( Dolni Rokytnice)

Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Liegt im Tal der Rokitenka, Einschicht-
Feldhäuser auf Hochfläche der Pohlkoppe.
Meereshöhe 500 m. Dorf, Reihensiedlung mit einer Größe von 754 ha.
Einwohner: 1939 = 229 in 53 Häusern und 60
Haushaltungen.1545 erstmals urkundlich erwähnt als Dorf des Gutes Rokitnitz.
1665 selbstständige Gemeinde ,
Wintersportgelände. Eingepfarrt und eingeschult nach Rokitnitz.
Niederdorf liegt an der Bezirksstraße von
Rokitnitz nach Senftenberg.
Oberdorf (Horni Rokytnice)

Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Am westlichen Südhang des
Ernestinenberges (994m) und im Tal der
Rokitenka liegend; Ortsteil Bockwinkel; Meereshöhe 740m.
Dorf, Reihensiedlung mit einer Größe von
1068 ha. Einwohner: 1939 = 283 in 69 Häusern und 72 Haushaltungen.
1558 auf den abgeholzten Hängen der
Glashüttensiedlung angelegt; Wintersportgelände, nach Rokitnitz eingepfarrt.
Vor und nach 1918 eine einklassige
Volksschule. Das Oberdorf liegt an der Vorgebirgsstraße.
Hohen
Erlitz( Vrchni Orlice)

Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in Böhmen,
ab 1938 Landkreis Grulich. An Erlitz und Steinbach, den Hängen von
Hoher Wurzel (797 m) und Erlitzer Koppe (762
m) angelegt, Meereshöhe: 580 m, Staatsgrenze. Ortsteil Ottendorf 1652
gegründet. Reihendorf, etwa 580 ha groß.
Einwohner: 1939 = 240 in 62 Häusern mit 61 Haushaltungen.1567 erstmals
urkundlich erwähnt, 1786 selbständige
Gemeinde. Wintersportgelände, Sparkasse, Imkerei. Eingepfarrt nach Batzdorf,
seit 1712 Filialkirche „ hl. Joh. von
Nepomuk“ mit Friedhof im Ort. Vor 1918 eine zweiklassige Volksschule, ab 1921
eine
einklassige Volksschule. Hohenerlitz
liegt an der Erlitztalstraße.
Katscher (Kacerov)

Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in Böhmen,
ab 1938 Landkreis Grulich. Der Ort liegt auf den Ausläufern des
Adlergebirges, begrenzt von Stiebnitz und
Kneschna.
Meereshöhe: 600 m, Dorf, Streusiedlung,
etwa 497 ha groß. Einwohner: 1939 = 317
in 87 Häusern und 99 Haushaltungen. Als
Glashüttensiedlung in der ersten hälfte des 16.Jahrhunderts gegründet,
erste urkundliche Erwähnung 1550;
Distriktarzt. 1684 hölzerne Kapelle, 1798 Kirche in Stein „ Hl.
Katherina“,
1856 eigene Pfarrei.
Vor und nach 1918 zweiklassige Volksschule.
Straßenverbindung über die Vorbergestraße und die Bezirksstraße
nach Reichenau.
Kerndorf (Jadrna)

Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in Böhmen,
ab 1938 Landkreis Grulich. An der Erlitz und am Dorfbach gelegen,
Ortsflur erstreckt sich bis zum Gebirgskamm1
094 m, Staatsgrenze, Ortsteil Grünborn wurde 1613 angelegt.
Dorf, Reihensiedlung, Einwohner: 1939 = 470
Laut Schöppenbuch 1603 erstmals urkundlich
erwähnt, vor 1600 angelegt. Nach Kronstadt eingepfarrt,
Kerndorf wurde nach Kronstadt eingeschult
und Grünborn nach Friedrichswald. Der Ort liegt an der Erlitztalstraße.
Klein Auerschim ( Maly Uhrinov)
Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in Böhmen,
ab1938 Landkreis Grulich. Der Ort liegt auf Ausläufer des Adlergebirges,
im Tal und an den Hängen von Alba und
Kneschna gegründet, mit den Ortschaften Benatek mit Pitschberg,
Bukowie mit Mesina, Gießaus mit Weiler
Antonithal.
Meereshöhe: 550 m Einwohner: 1939 = 506 in
123 Häusern und 131 Haushaltungen. Dorf, Streusiedlung mit
887 ha Größe. Erste Ansiedlung Meierhof
mit Schäferei, erste urkundliche Erwähnung 1411. Nach Groß- Auerschim
eingepfarrt und eingeschult.
Der Ort liegt an der Bezirksstraße zur
Vorbergestraße.
Klein Stiebnitz (Mala Zdobnice)
Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Im Tal und an den Hängen der
Bäche
Stiebnitz und Geiersgraben liegend;
Ortschaften Geiersgraben und Scheithau im
18. Jahrhundert angelegt. Ortsflur fast an den Kamm reichend (1042 m)
Dorf, Streusiedlung von 992 ha Größe.
Einwohner: 1939 = 260 in 71 Häusern und 73 Haushaltungen. 1562 erste
Ansiedlung. Sommerfrische und
Wintersport.
Eingepfarrt nach Groß Stiebnitz. Der Ort
liegt an der Bezirksstraße Oberdorf nach Tanndorf.
Kronstadt (Kunstat)

Bezirkshautmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Im weiten Talkessel rechts der Erlitz
gelegen, Gemeindeflur bis Gebirgskamm (1034
m) reichend.
Staatsgrenze. Marktort, Reihensiedlung mit
etwa 971 ha Größe. Einwohner: 1939 = 695
in 155 Häusern und 175 Haushaltungen.. Die
Neubesiedlung begann 1572, 1586 erstmals urkundlich erwähnt.
Sehr schneereiche Winter,
Wintersportgelände, Sommerfrische,
Spanschachtelfabrik, Zollamt, Postamt, Gendarmerieposten ,
Distriktarzt,
Sparkasse. 1612 erste Kirche. 1768
Pfarrkirche „ Johannes der Täufer“ in Stein.
Wallfahrtskapelle „ Maria Heimsuchung“
am Kronstädter Berg. Vor 1918
vierklassige Volksschule, nach 1918
dreiklassig. Kronstadt liegt an der Erlitztalstraße.
Kunzendorf (Kuncina Ves)
Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Auf der Hochfläche, steil zur Stiebnitz
abstürzend, gegründet, m. H. 645 m. Dorf,
Streusiedlung, etwa 444 ha Fläche.
Einwohner: 1939 = 307 in 80 Häusern und 87
Haushaltungen.
In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts
war Kunzendorf eine Glasmachersiedlung. 1550 erstmals urkundlich erwähnt.
Eingepfarrt nach Katscher, Filialkirche
„Hl. Anna“ im Ort. Vor und nach 1918 einklassige Volksschule.
Kunzendorf liegt an der Vorbergestraße.
Lom(Lomy)
Bezirkshauptmannschaft Neustadt a. d. Mettau
in Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Auf der Hochfläche, sanft in
das Landesinnere, steil zur Alba abfallend
gelegen. Meereshöhe etwa 650 m. Streusiedlung, Dorf mit einer Größe von 276
ha.
Einwohner: 1939 = 71, Häuser: 23 in
20 Haushaltungen. Ort blieb bis 1860 nahezu rein deutsch, bis 1938 nach Dobre
eingepfarrt, dann Deschnei. 1905 tschech.
Volksschule, wurde 1938 wieder aufgelöst.
Im Ort eine mechanische Weberei und ein
Sandbruch.
Lom liegt an der Bezirksstraße Tanndorf-
Michowie- Skuhrow.
Michowie (Mnichova)
Bezirkshauptmannschaft Neustadt a. d. Mettau
in Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Auf der Hochfläche, steil
zur Alba und zum Dorfbach abfallend,
angelegt.
Meereshöhe: 650 m. Dorf, Streusiedlung mit
einer Größe von 348 ha.
Einwohner: 1939 = 91
Häuser: 23 in 23 Haushaltungen. Zisterzienser des Klosters Heiligenfeld
legten Meierhof an.
Diesen, samt Ansiedlung(auch Lom) wurden
1439 von Hussiten niedergebrannt. Beide Orte von Deutschen wieder besiedelt.
Verwaltung lag für beide Orte seit 1850 in
Lom. Ab 1938 in Michowie. Der Ort war nach Deschnei eingepfarrt,
ab 1938 auch Lom. 1900 selbstständige
Schule, neues Schulhaus, 1925 aufgelöst. Im Ort eine mech. Weberei,
Imkerei und eine Mahlmühle. Der Ort liegt
an der Bezirksstraße Tanndorf- Skuhrov.
Neudorf (Nova Ves)

Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Am rechten Ufer der Erlitz gelegen,
Staatsgrenze, Meereshöhe 675m.Dorf,
Reihensiedlung mit einer Größe von 503 ha.
Einwohner: 1939 = 199 in 57 Häusern und 57
Haushaltungen.
1576 als Holzmachersiedlung angelegt;
erfolglose Suche nach Gold und Silber, Schürfungen nach Bleiglanz und
Schwefelkies;
ab 1700 Einzugsgebiet der Glashütte
Schwarzwasser. Eingepfarrt nach Kronstadt;Kapelle mit Messlizenz „Maria
Heimsuchung“
im Ort. Wallfahrtskapelle „Hl. Anna“ (Puschkopalle)
Vor und nach 1918 eine einklassige Volksschule.
Neudorf liegt an der Erlitztalstraße.
Ottendorf
(Hadinec)
Ottendorf gehörte zu der Gemeinde
Hohenerlitz, aber zur Pfarrei Bärnwald.
Ottendorf wurde 1650 von Otto
von Nostitz-Rienek, der Herrschaft aus Rokitnitz gegründet.
Die St.-Anna Kapelle wurde
1820 ursprünglich auf dem Ernestinenberg in Bärnwald erbaut, musste
1936 aber dem Bunkerbau
weichen und fand in der Ottendorfer Gemarkung ihren heutigen Standort.
Heute stehen nur noch weniger
Häuser in Ottendorf.
Plaßnitz (Plasnice)
Bezirkshauptmannschaft Neustadt a. d. Mette
in Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. In flacher Talmulde am
Fuße des Spitzberges (837m) liegend; von
kleinem Bach durchflossen.
Ortsteile Aschergraben und Pfitzdörfel;
Meereshöhe 600m.Dorf, Streusiedlung mit einer Größe
von 330 ha. Einwohner: 1939 = 260 in 69
Häusern und 79 Haushaltungen. Plaßnitz wurde 1537 erstmals
urkundlich als Flurname erwähnt, kurz vor
1600 besiedelt, als Ort 1635 urkundlich genannt.
Einzugsgebiet der Glashütten Deschnei und
Tanndorf. Bildete mit Schediwie
von 1850 bis 1923 eine Gemeinde. Bis 1938
nach Dobrschan eingepfarrt, dann Sattel. Seit 1874 Kapelle „Hl.
Familie“
mit Messlizenz im Ort.
Von 1867 bis 1898 mit der Ortschaft
Schediwie eine zweiklassige Volksschule, dann eine einklassige Volksschule
mit Schulhaus im Ort.
Plaßnitz liegt an der Vorbergestraße und
Verkehrsanbindung über die Bezirksstraße Plaßnitz- Dobruschka.
Pollom (Polom)
Bezirkshauptmannschaft Neustadt a. d. Mette
in Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Pollom liegt am Hang der
Pollomer Koppe (1025m) und einem steil zum
Alscherbach und Goldbach abfallenden Ausläufer des Adlergebirges,
sowie in der Talmulde am kleinen Ortsbach.
1938 wurde der Ortsteil Luschan abgetreten. Meereshöhe 700m. Dorf,
Streusiedlung mit einer Größe bis 1838 von
315 ha, nach 1938 von 286 ha. Einwohner: 1939 = 317 in 97 Häusern
und 102 Haushaltungen. Kohlenbrenner legten
den Ort an; 1601 begründete ihn die Gutsherrschaft Opotschno, gab
Häuschen und Grund in Erbpacht, besaß
dadurch Stammarbeiter. 1934 gewaltige Bunkerbauten im Ort. In Pollom
gab es Sandgruben sowie ein
Wintersportgelände. Pollom war zum Teil nach Gießhübel und Sattel eingepfarrt.
Vor 1918 zweiklassige Volksschule, nach 1918
einklassige Volksschule. Pollom liegt an der Vorbergestraße.
Prorub (Proruby)
Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Auf dem Rücken und den Hängen
eines Ausläufers des Adlergebirges, zu
Kneschna und Rehberger Bach steil abfallend angelegt.
Die Ortschaft Porschitsch liegt an der
Kneschna. Meereshöhe 390m, Dorf, Streusiedlung von mit einer Größe von
397 ha. Einwohner: 1939 = 183 in 47 Häusern
und 49 Haushaltungen. Im 14. Jahrhundert von Burg Richemberg
angelegt, 1495 erstmals urkundlich genannt.
Reines Bauerndorf, steht an erster Stelle der bäuerlichen Siedlungen
des Adlergebirges mit Getreideanbau und
Viehzucht, Imkerei und eine Sparkasse waren vorhanden. Eingepfarrt nach
Rehberg, ab 1938 nach Bielei; Kapelle Maria-
Himmelfahrt mit Messlizenz im Ort. Vor und nach 1918 einklassige
Volksschule, das Schulhaus stand bis 1945 im
gemischtsprachigen Rehberg. Prorub liegt an der Bezirksstraße
Katscher- Reichenau.
Rampusch (Rampuse)
Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Auf Anhöhe gelegen. 1938 Waldsiedlungen
Wltschinetz (Wölfei) und Nemanitz
((Habenichts) angegliedert. Meereshöhe 659m. Dorf, Streusiedlung mit
einer Größe
von 428 ha. Einwohner: 1939 = 283 in 67
Häusern und 63 Haushaltungen.
Im 14. Jahrhundert von Burg Richemberg
angelegt, 1495 erstmals urkundlich genannt. Wenig ertragreicher Boden.
Bis 1938 nach Rehberg, dann nach Bielei
eingepfarrt. Vor und nach 1918 eine einklassige Volksschule. Rampusch liegt an
der nahe gelegenen Vorbergestraße.
Rehberg (Liberk)
Bezirkshauptmannschaft Reichenau in Böhmen.
Sehr alte Siedlung, die auf steilem Felsen erbaute Burg Richemberg
(Reichenberg) bestand schon 1310; von den
Hussiten 1425 erstürmt, 1457 von Georg von Podiebrad zerstört. Zum
Burgbann gehörten neben 20 tschechische
Dörfern, die deutschen Dörfer Hlaska, Prorub, Rampusch, Bielei, Popelow
und Himmlisch- Riebnei.
1367 erstes Holzkirchlein, seit 1856
Pfarrei, Kirche dreimal in Holz erbaut, ansehnliche Schnitzereien. Der Ort war
bis
1900 gemischtsprachige Siedlung, deutsches
und tschechisches Schulhaus standen gegenüber. Rehberg liegt an der
Bezirksstraße nach Reichenau, sowie nach
Hlaska und Bielei.
Ritschka
(Ricky) 
Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Auf dem Bergkamm (Mückenberg 992m)
reichenden Hängen, dem Tal der Klause und 6
wasserreichen Dorfbächen angelegt. Ortschaft Wüstenei im 18. Jahrhundert,
Riese im 19.Jahrhundert gegründet.
Meereshöhe 674m. Dorf, Streusiedlung mit
einer Größe von 1481 ha. Einwohner: 1939 = 873 in 255 Häusern und
277 Haushaltungen. Als Flurname erstmals
1571 urkundlich genannt.1576 von Holzknappen und Flößern angelegt.
Erfolgreiche Suche nach Gold und
silberhaltigem Bleiglanz und Roteisenstein. Holzflößen im 30 jährigem Krieg
eingestellt.
Kaiserliche und schwedische Truppen suchten
den Ort im 30 jährigem Krieg heim.
Wintersportgelände, Sommerfrische,
Flachsbrecherei, Leinölmühle, Kalksandsteinbruch, Postamt und Sparkasse
waren vorhanden. Altes Kirchlein mit
Friedhof. 1786 Kirche „Hl Dreifaltigkeit“ in Stein, 1856 selbständige
Pfarrkirche.
Vor 1918 eine dreiklassige Volksschule, nach
1918 eine vierklassige Volksschule. Ritschka liegt an der Bezirksstraße
Ritschka nach Schwarzwasser (Erlitztal).
Sattel
(Sedlonov)

Bezirkshauptmannschaft Neustadt a.d. Mette
in Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Entlang des Dorfbaches bis zur
Einmündung in den Goldbach und diesen
abwärts gelegen. Ortschaften Aschergraben und Schierlichgraben, Einschichten
Gründl und Steinberg aus Waldsiedlungen
hervorgegangen. Dorfflur erstreckt sich bis Gebirgskamm (1047 m).
Mittlere Meereshöhe 623 m. Dorf,
Reihensiedlung etwa 3,5 Km lang bei einer Größe von 1610 ha. Einwohner: 1939 =
687
in 177 Häusern und 231 Haushaltungen.
Gutsherrschaft errichtet Meierhof, 1534 erstmals urkundlich erwähnt; erste
Siedler waren Goldsucher, Köhler und
Aschenbrenner. Sattel dürfte zugleich mit Gießhübel angelegt worden sein.
Sprechendes Gemeindesiegel. Es ist unbekannt
seit wann die Gemeinde selbstständig geworden war. Ab 1935
Bunkerbauten im Ort. Sommerfrische,
Wintersportgelände, Finanzwachabteilung, Weberei, Sparkasse.
Holzkirchlein
mit Friedhof, 1706 Kirche
„Allerheiligen“ in Stein, 1711 selbstständige Pfarrei. Vor 1918
dreiklassige Volksschule, nach
1918 zweiklassige Volksschule, einklassige
ständige Expositur in Schierlichhäusern = höchstgelegene Volkschule in
Böhmen (1010 m). Tschechische
Minderheitenschule im Ort. Sattel liegt an der Vorbergestraße und der
Bezirksstraße
nach Neustadt.
Saufloß (Souvlastni)
Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Am südwestlichen Hang der Reiterkoppe
(984 m) am Dorfbach und der Stiebnitz
angelegt; Ortschaft Kohlau (Waldsiedlung) im 18. Jahrhundert gegründet.
Meereshöhe
600 m. Dorf, Reihensiedlung mit einer
Größe von 501 ha. Einwohner:1939 = 240 in 68 Häusern und 68 Haushaltungen.
Saufloß wurde zugleich mit Himmlisch-
Riebnei als kleine Siedlung angelegt. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts
von der
Herrschaft Reichenau als Siedlung ausgelegt,
1571 erstmals urkundlich genannt. Erste Einwohner waren um 1575 Holzknappen
und Flößer. Eingepfarrt nach Himmlisch-
Riebnei, Kapelle „Maria- Heimsuchung“ im Ort mit Messlizenz. Vor und nach
1918
einklassige Volksschule. Saufloß liegt an
der Vorbergestraße.
Schediwie (Sediviny)
Bezirkshauptmannschaft Neustadt a. d. Mette
in Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Am Fuß des Spitzberges (837 m)
und zwei Dorfbächen angelegt; Ortsteile
Pfitzdörfel, Stiefwinkel und Luckawinkel. Meereshöhe 640 m. Dorf,
Streusiedlung
mit einer Größe von 479 ha. Einwohner:
1939 = 242 in 64 Häusern und 69 Haushaltungen.1537 erstmals als Flurname
erwähnt, vor 1600 besiedelt. Einzugsgebiet
der Glashütten Deschnei und Tanndorf. Wachturm in Luckawalde, zur Burg
Dobrschan gehörend. Schediewi bildete seit
1850 mit Plaßnitz eine Gemeinde, 1923 wurden die Orte getrennt.
Schediwie war bis 1938 zu Dobrschan
eingepfarrt, danach zu Deschnei. Seit 1884 Kapelle St. Josef mit Messlizenz,
1907 Kirchlein erweitert. Von 1867 bis 1898
mit Plaßnitz eine zweiklassige Volksschule, dann jede gemeinde eigenes
Schulhaus als einklassige Volksschule, 1921
einklassige tschechische Minderheitenschule. Schediwie liegt an der
Bezirksstraße Plaßnitz- Dobruschka.
Schönwald (Podlesi)

Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. An der Erlitz liegend, zwischen Bärnwald
und Neudorf eingeschoben. Staatsgrenze,
Meereshöhe: 620 m. Dorf, Reihensiedlung mit einer Größe von 210 ha.
Einwohner: 1939 = 96 in 29 Häusern und 32
Haushaltungen. Kurz vor 1570 von der Herrschaft Rokitnitz ausgelegt,
1576 erstmals urkundlich genannt. 1590
siedeln Holzknappen und Flößer an.1627 selbstständige Gemeinde; 1637
untertäniger Erbscholze und Richter mit
Scholzengut. Dessen Rechte erloschen 1848. Möbel- und Parkettfabrik im Ort.
Eingepfarrt und eingeschult nach Bärnwald.
Schönwald liegt an der Erlitztalstraße.
Schwarzwasser
(Cerna Voda)

Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. An der Erlitz und am Schwarzbach
angelegt; Dorfflur reicht bis zur Kammhöhe
(992 m). Meereshöhe: 650 m. Staatsgrenze. Dorf, Streusiedlung mit einer
Größe von 792 ha. Einwohner: 1939 = 248 in
65 Häusern und 65 Haushaltungen. 1576 von Holzknappen und Flößern
angelegt. Von 1700 bis 1800
Glashüttensiedlung, dann stillgelegt. Selbstständige Gemeinde seit 1848.
Eingepfarrt nach
Kronstadt; Kapelle „Maria-Heimsuchung“
mit Messlizenz im Ort. Vor und nach 1918 eine zweiklassige Volksschule.
Jagdschloss der Herrschaft Reichenau im Ort.
Schwarzwasser liegt an der Erlitztalstraße.
Tanndorf (Jedlova)

Bezirkshauptmannschaft Senftenberg in
Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. Auf Breitgestrecktem Ausläufer des
Adlergebirges, am 1. Ufer der Alba angelegt,
Ortschaft Luisenthal 1828 von der Herrschaft Solnitz gegründet
Meereshöhe: 712 m. Dorfflur bis zum
Gebirgskamm (1050 m) reichend. Größe 782 ha.
Einwohner: 1939 = 472 in 140 Häusern und
157 Haushaltungen. Mit Deschnei im weiten Talkessel der Alba gelegen,
1362 erstmals urkundlich genannt. Um 1890
fast 1000 Einwohner. Selbstständige Gemeinde seit 1515.
Straßenknotenpunkt in Tanndorf,
Abzweigungen nach 5 Richtungen. Sommerfrische und Wintersportgebiet.
Elektrizitätswerk, Molkerei, Möbelfabrik,
Flachsbrecherei, Imkerei und Webereien im Ort. Erstes Kirchlein aus Holz um
1612, 1736 Kirche „St. Mathäus“ in
Stein mit Friedhof. Nach Deschnei eingepfarrt. Vor 1918 zweiklassige, ab 1926
einklassige Volksschule. In Tanndorf-
Hinterwinkel ab 1890 eine einklassige Volksschule, diese wurde 1939 aufgelöst.
Zu Tanndorf gehörten die ständigen
Exposituren Michowie (1925) und Lom (1938).
Trtschkadorf
(Trckov)
Bezirkshauptmannschaft Neustadt a. d. Mette
in Böhmen, ab 1938 Landkreis Grulich. An der Erlitz und am Ortsbach
gelegen, Dorfflur bis Gebirgskamm(1082 m)
reichend. Meereshöhe: 750 m. Dorf, Streusiedlung mir einer Größe von
553 ha. Einwohner: 1939 = 372 in 86 Häusern
und 91 Haushaltungen. Erste Siedler waren Köhler, Aschenbrenner
und Glasmacher. Einzugsgebiet der Glashütte
Friedrichswald von 1614- 1662. Besitzer der Herrschaft Opotschno
gründete den Ort und wurde nach ihm
benannt. Erste urkundliche Erwähnung 1654, selbstständige Gemeinde seit 1750.
Eingepfarrt nach Kronstadt. Kapelle mit
Messlizenz „Maria- Hilf“ im Ort. Eingeschult nach Friedrichswald.
Dorfweg führt zur Erlitztalstraße, sehr
steiler Steig zur Deschneier Kleinkoppe. Steiler Fahrweg über das
„Preußeneck“
zu den Schierlichhäusern. Trtschkadorf
liegt an der Erlitztalstraße.
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